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Neue Flugrouten verlärmen gesamte Region!


Ältere Dokumente, Pläne, Stellungnahmen, downloads, Gerichtsurteile etc. bis Ende 2012 finden Sie im --> Archiv


Information der Bürgerinitiative
„Stahnsdorf gegen Fluglärm“
zu den von der Deutschen Flugsicherung (DFS) geplanten Flugrouten

Alle drei Bürgerinitiativen gegen Fluglärm der Region Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf (TKS) rufen mit Unterstützung der Bürgermeister ihre Bürgerinnen und Bürger zu Protesten und zu einer flächendeckenden Unterschriftensammlung gegen die von der DFS geplanten Flugrouten des BBI über die Region auf.

Was passierte

2004 wurden im Zusammenhang mit dem Planfeststellungsverfahren Flugrouten für den geplanten Flughafen BBI veröffentlicht. Auf dieser Grundlage wurden die betroffenen Regionen als „Lärmbelastungszonen“ definiert, entsprechende Maßnahmen (z.B. ein Schallschutzprogramm) abgeleitet und umgesetzt.
Am 06.09.2010 legte die DFS der zuständigen Lärmschutzkommission, in der u.a. alle bislang als betroffen definierten Regionen vertreten sind, ein völlig neues Flugroutenmodell vor. Als Begründung für die Änderung der bisher geltenden Flugrouten gab die DFS dabei eine EU-Richtlinie an. Die gesamte nunmehr betroffene Region einschließlich der jeweiligen Bürgermeister erfuhr von dieser Änderung nur durch die Presse.

Was uns bevorsteht

Die geänderten Flugrouten verlaufen nach diesen neuen Planungen, direkt über der Region Stahnsdorf mit Güterfelde, Sputendorf und Schenkenhorst, sowie Teltow und Kleinmachnow und somit über unser dicht besiedeltes Gebiet, in dem ca. 55.000 Menschen leben. Es wird hierdurch ein Flugkorridor des Großflughafens BBI entstehen, der mit sehr hoher Lärmbelastung einhergeht.
Über die genauen Überflughöhen gibt es derzeit noch unterschiedliche Angaben. Bei Westwind z.B. würden die Flugzeuge uns in ca. 1700 Metern, überfliegen, schlimmstenfalls im Dreiminutentakt.
In der Öffentlichkeit wurde von 2004 bis heute von den BBI-Betreibern der Eindruck erweckt, die Flugrouten seien im Zusammenhang mit dem Planfeststellungsverfahren endgültig festgelegt. Dies ist jedoch nicht der Fall.
Die Flugrouten und damit ausgewiesenen Lärmbelastungszonen, dienten seit 2004 als Grundlage für die Arbeit von zwei Landesregierungen, zahlreichen Gemeinden sowie der gesamten Region. Das Infrastrukturministerium Brandenburg hat die Besiedlungsdichte entsprechend geplant, Neubaugebiete wurden ausgewiesen, zehntausende Bürger haben auf dieser Grundlage ihre Lebensentscheidungen getroffen. Viele Menschen haben sich bewusst entscheiden, in der Region zu bleiben bzw. haben in den vergangen Jahren in Stahnsdorf ein Eigenheim gebaut oder sind hierher gezogen, weil sie sich auf die Planungen der Flugrouten verlassen haben und annahmen, in Stahnsdorf in Ruhe leben zu können.
Unsere Kinder sollen hier in die Kita und zur Schule gehen und in einem normalen Umfeld aufwachsen, lernen und draußen spielen können! Lärm in dieser Kategorie macht krank!

Wussten Sie schon?

Fluglärm beeinträchtigt das Wohlbefinden und macht krank!

Wie mit uns umgegangen wird

Wäre früher in Betracht gezogen worden, dass die Region TKS und der ganze Süden Berlins in niedrigen Höhen von Flugzeugen überflogen werden können, hätten die Stahnsdorfer Bürger, wie zehntausende weitere Betroffene, dazu angehört werden müssen! Dies war aber nicht möglich, da Stahnsdorf und die anderen jetzt betroffenen Gemeinden bislang nicht Mitglied in der Lärmschutzkommission waren. Sie galten nämlich, da sie nicht in den ursprünglich definierten Lärmschutzzonen liegen, als nicht betroffen.
Jetzt liegen wir quasi über Nacht in der neuen Lärmzone! Die Lebensqualität in der Region wird nicht mehr dieselbe sein!

Eine frühzeitige Interessenvertretung für Stahnsdorf und die Region in diesem Gremium war somit nicht möglich! Ansonsten hätte es bereits viel früher massiven Protest gegeben!

Warum wir uns jetzt wehren müssen

Die Zeit ist knapp, wir müssen jetzt handeln und uns gegen die zu einer Verlärmung führenden geänderten Flugrouten über Stahnsdorf und die gesamte Region zur Wehr setzen! Ansonsten werden wir und unsere Kinder in Zukunft unter einer Dauerlärmbelastung leben. Stellen Sie sich vor: bei einer Überflughöhe von ca. 1.700 m kann man ein Gespräch in normaler Lautstärke kaum fortführen!
Selbst das derzeit festgelegte eingeschränkte Nachtflugverbot zwischen 24 Uhr und 5 Uhr, lässt so viele Ausnahmen zu, dass wir auch nachts mit den Konsequenzen leben müssten.
Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Wir alle müssen die Bundesregierung sowie die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg und die Deutsche Flugsicherung dazu bringen, die jetzige Planung der Flugrouten erneut zu überprüfen und diese so zu führen, dass unsere Region, wie ursprünglich geplant und seit Jahren in der Öffentlichkeit kommuniziert, nicht überflogen wird!
Sind die Flugrouten erst einmal festgelegt, ist es zu spät!

Wir fordern

  • Einhaltung der ursprünglichen Flugrouten.
  • Sofortige Berufung der (Bezirks)Bürgermeister der betroffenen Kommunen und Bezirke in die Fluglärm-Kommission.
  • Durchsetzung eines weitreichenden Nachtfugverbotes, das diesen Namen auch wirklich verdient und den von der bisherigen Planung betroffenen Kommunen und ihren Einwohnern zumindest Phasen der Ruhe einräumen würde.
  • Festlegung von Flugrouten nach folgenden Prioritäten: zuerst Si-cherheit, dann der Schutz der Bevölkerung vor Lärm und Ver-schmutzung und erst danach die Wirtschaftlichkeit.
  • Offene, transparente und nachvollziehbare Darlegung der Pläne, der ihnen zugrunde liegenden Vorschriften und deren denkbarer Auswirkungen.

V.i.S.d.P.:
Hans-Joachim Pfaff
Stand: 02.Oktober 2010