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Drehkreuz (Hub)

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3. Start- und Landebahn

Interview mit den Architekten - rbb-Beitrag jetzt bei you tube


In München war ein Volksbegehren gegen den Bau einer dritten Start- und Landebahn ("Koa Dritte") im Sommer 2012 erfolgreich.
Momentan läuft eine online-Petition dazu.
Und in Brandenburg? Ministerpräsident Platzeck will keine dritte Start- und Landebahn am Standort Schönefeld, der Regierende Bürgermeister Wowereit will sie unbedingt....


In der 79. Sitzung der Fluglärmkommission am 4.7.2011 stellte die DFS ihre überarbeiteten Flugroutenvorschläge vor, und leitete sie damit zur weiteren Prüfung und Genehmigung an das Bundesaufsichtamt für Flugwesen weiter.
Die Präsentation der DFS
Das eigentlich Schlimme ist die Begründung für die Überfliegung unsererer Region bei den Abflügen: Die Überfliegung von TKS sei wegen des geplanten internationalen Drehkreuzes (Hub) nötig. D.h die Routen dienen also dem geplanten internationalen Drehkreuz, das unweigerlich mit Nachtflug verbunden ist. Deswegen müssen wir jetzt das internationale Drehkreuz verhindern, d.h. den Nachtflug verhindern und versuchen zu erreichen, dass die Alternative 8 auch für uns gilt.
Die jetzt vorgestellten Flugrouten sind Makulatur, wenn das internationale Drehkreuz kommt. Dann wird wieder in alle Richtungen abgeknickt (siehe alte Karten für ein internationales Drehkreuz vom 28.2.1994, die aber nicht genehmigt worden sind! (Zitat M. Schubert).

Auszug aus dem Urteil des BVerwG vom 16.03.2006:
"...Gegenstand der Landesplanung ist nicht {mehr) ein internationaler Großfluqhafen mit vier Start- und Landebahnen für 60 Mio. Passaqiere, sondern ein "mittelgroßer Verkehrsflughafen" mit einem "modernen Zwei-Bahnen-System" (Nr. 5.4.1 Abs. 3, Nr. 6 Buchst. c zu Z 1 des LEP FS)"


Penetrant ertönen seitens der Flughafengesellschaft und der Länderpolitik immer wieder die Forderung, der BER müsse zu einem internationalen Drehkreuz ausgebaut werden. Davon hänge Wohl und Wehe der Bundesländer Berlin und Brandenburg ab.
Ein internationales Drehkreuz ist nicht genehmigt, auch wenn die Träume mit Planungen für weitere Start- und Landebahnen als Karten (s.o.) in den Schubladen liegen.

Man kann dagegen halten, wie beispielsweise die Stellungnahme von Cornelia Behm, MdB zeigt:
Pressemitteilung
10. Juni 2011

BER ist kein Provinzlandeplatz

Zu den gestrigen Äußerungen Klaus Wowereits und Matthias Platzecks am Flughafen in Schönefeld erklärt die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Cornelia Behm (Bündnis 90/Die Grünen):
"Ein Flughafen am Rande einer Großstadt ist kein Provinzlandeplatz, es sei denn, Herr Wowereit erklärt die Hauptstadt zur Provinz. Angesichts der Tatsache, dass wir in Deutschland bereits zwei internationale Drehkreuze in Frankfurt/Main und München haben, ist der Bedarf für einen dritten internationalen Großflughafen einfach nicht da.
Es darf doch nicht sein, dass die Bürgerinnen und Bürger Brandenburgs die Leidtragenden der Großmannssucht von Länderchefs und der vor diesem Hintergrund getroffenen falschen Standortwahl werden. Die Träume des Regierenden Bürgermeisters dürfen in keinem Fall zu Lasten der Anwohner des Flughafens gehen. Im Übrigen finde ich es erschütternd, wie hilflos Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck reagiert und sich hinter der Deutschen Flugsicherung versteckt. Dabei hat er es in der Hand, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass der Flughafenbetrieb erträglich ist.
Ich bleibe deshalb bei der Forderung nach einem uneingeschränkten Nachtflugverbot von 22:00 bis 06:00 Uhr und dem Verzicht auf einen unabhängigen Parallelbetrieb. Der Flughafen in Schönefeld wird auch ohne Drehkreuzfunktion angemessene Angebote für die Menschen in der Hauptstadtregion bereithalten."
Cornelia Behm, MdB


...und die dritte Startbahn

Auch in der großen Anfrage der Linken wurde erneut die Frage zur dritten Startbahn an die Bundesregierung gestellt, die ja nun bereits in München Wirklichkeit wird...
http://www.regierung.oberbayern.bayern.de/imperia/md/content/regob/internet/dokumente/obabl/2011/18_090911.pdf

17. Mai 2011 - Herr Seidel von der Potsdamer Staatskanzlei in Ludwigsfelde
"Die dritte Start- und Landebahn wird von uns und den Gesellschaftern im Augenblick nicht diskutiert. Sie ist eine Chimäre. Ich oute mich gerne hier. Ich kann mir eine dritte Start- und Landebahn aus räumlichen Gesichtspunkten - verkehrswirtschaftlich weiß ich nicht - am Flughafen Berlin-Schönefeld nur sehr, sehr schwer vorstellen. ... Mir fehlt da viel Fantasie, mir eine dritte Start- und Landebahn hier vorzustellen. Wenn wir übrigens über sowas reden sollten, ... dann reden wir da über 2030, 2040 ..."
http://www.youtube.com/watch?v=q8gO20lO43I

3. Juli 2011 - BBI-Architekt Paap im RBB
"Erweiterungen sind möglich, neue Abfertigungsgebäude genauso wie eine dritte Start und -landebahn..."
http://www.youtube.com/watch?v=xFmJ0p_2mPk

19. August 2011 - Antworten der Landesregierung auf Große Anfrage der Landes-Grünen
Frage 47:
Nach den Richtwerten der International Civil Aviation Organization (ICAO) sind bei zwei unabhängig voneinander betriebenen Start- und Landebahnen jährlich bis zu rd. 370.000 Flugbewegungen möglich. Bei höheren Zahlen könnte der Bau einer weiteren Bahn in Betracht kommen. Feste Werte dazu gibt es nicht, die Verhältnisse bestimmen sich nach den Gegebenheiten des einzelnen Flughafens.
http://www.parldok.brandenburg.de/parladoku/w5/drs/ab_3800/3819.pdf

29. August 2011 - Matthias Platzeck in Potsdam
"Ich habe eben das Thema dritte Start- und Landebahn gehört. Das geht seit wenigen Wochen auf und nieder. Ich kann Ihnen hier nur sagen, dass erstens dieses erstes kein Thema ist, zweitens meine Phantasie nicht reicht, mir in Schönefeld eine dritte Start- und Landebahn auch nur vorstellen zu können und ich deshalb – ja meine Damen und Herren, ich weiß was Frau Ludwig gesagt hat – Ich kann Ihnen nur sagen, meine Phantasie reicht nicht aus um mir in Schönefeld an diesen Standort, der schwierig genug ist, eine dritte Start- und Landebahn vorzustellen.
http://www.fluglaermfreie-havelseen.de/ministerpraesident-platzeck-gegen-nachtflugverbot

25. Oktober 2011 - Platzeck gegen dritte Bahn
Verstimmung zwischen Brandenburg und Berlin
MAZ, 25.10.2011


31.Oktober 2011 - Drehkreuz mit Schuldenberg
Air Berlin hat große Pläne für den Flughafen in Schönefeld – auch ohne dritte Startbahn
MAZ, 1.11.2011

31. Oktober 2011 - Klaus Wowereit: "Wir haben in der Koalitionsvereinbarung nicht die dritte Startbahn vereinbart, bis es eine Notwendigkeit gibt, eine dritte Start- und Landebahn hier zu bauen, da sind wir wirklich noch meilenweit von entfernt."
http://www.youtube.com/watch?v=6q6usUTJbD8
(Na also: Dritte Startbahn (und weitere) ja, aber etwas später. Wie von Anfang an geplant)


steht schon am Potsdamer Platz!


Die Drehkreuz-Lüge

Rede von Matthias Schubert, BI Kleinmachnow, am 16.9.2011 anlässlich der Menschenkette um das Bundeskanzleramt

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter

Meine Damen und Herren, es ist doch einfach unfassbar. Da wird ein Flughafenneubau direkt an die Stadtgrenze gelegt. Die Start- und Landebahnen zielen direkt auf die Gemeinden Blankenfelde, Schulzendorf und Eichwalde. Von allen großen Flughafenneubauten in den letzten 50 Jahren ist Schönefeld mit großem Abstand der Flughafen, der am nächsten an das Stadtzentrum gebaut wurde. Eine katastrophale Fehlentscheidung, für die CDU und SPD 1996 gleichermaßen verantwortlich waren. Und die Grünen waren 1996 auch nicht gegen Schönefeld. Und als ob es darum ginge diesen Wahnsinn, diesen gigantischen Schildbürgerstreich noch zu toppen, will man nun auch noch den Flughafen mit abknickenden Flugrouten betreiben. Mit Flugrouten, die nicht weg von den riesigen Wohngebieten in und bei Berlin führen sondern noch mehr als die alten geraden Routen immer mehr Neubetroffene erzeugen. Nur ein krankes und zynisches Gehirn kann sich die abknickende Müggelseeroute ausgedacht haben. Nur ein Düsenlärmfetischist kann im Jahr des Atomausstiegs – auf den die Grünen 30 Jahre hingearbeitet haben - darauf kommen eine Flugroute zu zeichnen, die quer über eine riesiges Naherholungsgebiet im Berliner Südosten führt. Das ist Umweltzerstörung pur für Leute, die für ein paar Euros auf eine Party nach London jetten wollen. Das ist gerade kein nachhaltiger Fortschritt

Ein internationales Drehkreuz ist in Schönefeld weder geplant noch genehmigt worden. Genehmigt worden ist ein Flughafen für den regionalen Bedarf von Berlin und Brandenburg, ein Flughafen mit bis zu 10 % Umsteigern. Als „Mittelgroßen Verkehrsflughafen“ hat das Bundesverwaltungsgericht den Flughafen Schönefeld 2006 bezeichnet. Im Anhörungsbericht des Planfeststellungsverfahrens steht „ Die Träger des Vorhabens gehen selbst nicht davon aus, dass sich der Flughafen Schönefeld zu einem internationalem Luftdrehkreuz entwickelt“. So sind die Altbetroffenen damals beruhigt und beschwichtigt worden. Deswegen fordern wir auch für sie Vertrauensschutz, Vertrauensschutz, dass nur das in Schönefeld betrieben wird, was dort geplant und genehmigt worden ist. Und das ist ein mittelgroßer Verkehrsflughafen und nicht ein internationales Drehkreuz.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen mittelgroßem Verkehrsflughafen und internationalem Drehkreuz? Ein internationales Drehkreuz bedient Verkehr, dessen Ziele und Quelle außerhalb der Region, vornehmlich im Ausland, liegen, normal sind insoweit 40 % Umsteiger. Geplant und genehmigt war aber in Schönefeld ein mittelgroßer Verkehrssflughafen für den Bedarf von Berlin und Brandenburg an nationalen und internationalen Flügen. Das ist ein regionaler Bedarf, nämlich der von Berlin und Brandenburg! Ein internationales Drehkreuz bedient hingegen – ich sagte es schon - Verkehr mit Ziel und Quelle im Ausland.

Und was hat das jetzt mit den Flugrouten zu tun, die uns alle so quälen ? Meine Damen und Herren, abknickende Flugrouten und internationales Drehkreuz sind zwei Seiten derselben Medaille. Die abknickenden Flugrouten von 6. September letzten Jahres über Rangsdorf und den Berliner Südwesten und über Zeuthen und die abknickenden Flugrouten vom 4. Juli 2011 über den Müggelsee sind nur für das internationales Drehkreuz erforderlich. Für den geplanten und genehmigten Flughafen für den regionalen Bedarf von Berlin und Brandenburg sind abknickende Flugrouten nicht erforderlich. Sicherlich haben Sie sich beim Betrachten dieser abknickenden Flugrouten schon gefragt: Warum bilden die Nordroute und die Südroute jeweils einen Winkel von mehr als 30 Grad? Nach der Icao-Richtlinie braucht man eigentlich nur 15 Grad Spreizung. Die Müggelseeroute z.B. knickt um 30 Grad gegenüber der Route über Zeuthen ab. Warum ? Die Antwort lautet: Für ein internationales Drehkreuz braucht man eine dritte Start- und Landebahn. Und die dritte Route führt dann später genau in der Mitte zwischen Nord- und Südroute durch: Im Osten über Erkner und im Westen über Potsdam und die Havelseen. Meine Damen und Herren, das glauben Sie nicht? Schauen Sie sich mal die Karten aus dem Raumordnungsverfahren von 1994 an. Da plante man vorübergehend in Schönefeld ein internationales Drehkreuz. Und die dort im Jahr 1994 gezeichneten Flugrouten ähneln verblüffend den Flugrouten vom 6. September letzten Jahres und vom 4. Juli. Das ist der Beweis, dass die abknickenden Flugrouten das internationale Drehkreuz vorbereiten sollen!

Das Bundesverwaltungsgericht sagt jedenfalls das Schönefeld ein mittelgroßer Verkehrsflughafen ist. D.h. das internationale Drehkreuz, was Wowereit und Platzeck fordern, ist ein völlig anderes Projekt als das, was ursprünglich beantragt und genehmigt worden ist. Und das Schlimme ist: Das internationale Drehkreuz funktioniert nicht ohne Nachtflug. Und es benötigt um mehr als 30 Grad abknickende Routen. Deswegen liebe Berliner und liebe Brandenburger: Wenn wir die Müggelseeroute verhindern, verhindern wir auch das internationale Drehkreuz. Und wenn wir den Nachtflug verhindern, verhindern wir auch das internationle Drehkreuz. Und umgekehrt gilt dasselbe: Wenn es kein internationales Drehkreuz gibt, dann muss auch nicht über den Müggelsee geflogen werden oder über Rangsdorf. Und dann muss auch nicht in der Nacht geflogen werden.

Deswegen Frau Dr. Merkel, Herr Dr. Ramsauer, Herr Platzeck und Herr Wowereit :

Keine Internationales Drehkreuz in Schönefeld – kein Nachtflug.

Und dann gibt es auch keine Müggelseeroute mehr!!!



Nachtrag:

"..Es ist so, dass nach dem derzeitigen Staatsvertrag/Landesenwicklungsprogramm eine dritte Startbahn nicht in Sperenberg geplant werden darf sondern nur in Schönefeld. Der Staatsvertrag muss also erst geändert werden. Dies bedeutet aber nicht, dass eine gesetzliche Verpflichtung zur Realisierung der dritten Startbahn in Schönefeld besteht. Vielmehr hat die Planfeststellungsbehörde, ein Brandenburger Ministerium, hier Ermessen. Sie kann den weiteren Ausbau wegen der Auswirkungen auf die Nachbarschaft verweigern. Genau dies hat der SPD-Parteitag am Samstag mit großer Mehrheit beschlossen. .."


Single Airport Konzept gescheitert

Dieter Faulenbach da Costa, Offenbach, hat die Notwendigkeit für eine dritte und vierte Piste am Berlin Brandenburg International (BER) analysiert.
1) Die Ausführungen als download [4.125 KB]
2) Bezug zum rogerMagazin, Ausgabe 3/12: "Studie veröffentlicht: Zu wenig Platz für die General Aviation"
3) Bezug prognostiziertes Flugaufkommen flugbewegungen-txl-und-sxf_2010.pdf [198 KB] als download