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Das Märchen von der Jobmaschine

Die Jobmaschine des Hartmut Mehdorn

MAZ-online, 7.11.2014
http://www.maz-online.de/Themen/Flughafen-BER/Die-Jobmaschine-des-Hartmut-Mehdorn


Live-Ticker:Die BER-Kosten

Der BER-Kostenrechner oder "Das Geld der Anderen"
http://www.flughafen-berlin-kosten.de


14.05.2014: Betrachtungen zur Wirtschaftlichkeit

Betrachtungen zur Wirtschaftlichkeit des Flughafens BER
Studie, Stand April 2014
als --> download [3.626 KB]


Bislang keine Jobmaschin',

sondern nur eine Steuergeld-Verbrennungsmaschine.
Der rbb hat eine anschauliche Grafik erstellt und kommentiert: "....Interessant ist, dass die Kosten erst explodieren, seitdem der Flughafen eigentlich schon eröffnet ist..." (abgesagte Eröffnung war am 3.6.2012 geplant).
Die u.a. Grafik wurde im Rahmen einer rbb-Aktuell-Sendung am 4.11.2013 gezeigt.

Stand vom 04.11.2013
rbb-online
http://www.rbb-online.de/politik/thema/Flughafen-BER/BER-Aktuelles/akteure_aktuell/landtag-beschaeftigt-sich-mit-ber-mehrkosten.html


Das Job-Märchen vom Flughafen-Ausbau

5.2.2013
Die Frankfurter Rundschau interviewte den Chemnitzer Wirtschaftswissenschaftler Friedrich Thießen.

Der Chemnitzer Wirtschaftswissenschaftler Friedrich Thießen glaubt nicht an die "Job-Maschine" Flughafen Frankfurt. Er fordert Aufklärung über die angeblich unterdrückten Erkenntnisse zur Verlagerung oder zum Abbau von Arbeitsplätzen im Rhein-Main-Gebiet.

Herr Thießen, Sie haben das Mediationsverfahren zum Ausbau des Frankfurter Flughafens unter die Lupe genommen. Was haben Sie festgestellt?

Bei dem Gutachten wurden grobe wissenschaftliche Fehler festgestellt. Sie haben die Ergebnisse sehr stark beeinflusst. Hin zu mehr Arbeitsplätzen als tatsächlich entstehen. Es gibt Gutachten auf empirischer Basis, die untersucht haben, wie viele Arbeitsplätze Flughäfen in der Vergangenheit tatsächlich neu geschaffen haben. Nämlich im Durchschnitt keine. Dieses Ergebnis ist in den Gutachten zum Planfeststellungsbeschluss unterdrückt worden.

Überhaupt keine neuen Arbeitsplätze?

Ja. Der Ausbau von Flughäfen hat lediglich Verlagerung zur Folge. .......


Das gesamte Interview führte Jutta Rippegather,
http://www.fr-online.de/flughafen-frankfurt/flughafen-frankfurt-fluglaerm-das-job-maerchen-vom-flughafen-ausbau,2641734,21642128.html


Richtig Falsch Gelogen

Die BIs rund um den Frankfurter Flughafen haben einen äußerst informativen Flyer zur "Jobmaschine Fraport" erstellt.
Hier als download [2.283 KB]
Kontaktaufnahme zu den Autoren: www.fluglaerm-mainz.info


Seit Jahren wird dem braven Steuerzahler in Brandenburg als Gegenleistung für die veranschlagten 4.000.000.000 Euro Gestehungskosten für den neuen Flughafen BER in Schönefeld auf das gesamte Land ausstrahlende Prosperität durch die zu erwartenden 40.000 Arbeitsplätze dort suggeriert. Brandenburgs größtes Infrastrukturprojekt wurde fachmännisch und verantwortungsvoll durchkalkuliert und als Jobmaschine angepriesen.

Je näher der Zeitpunkt der Eröffnung rückt, je drastischer ändern sich die prognostizierten Zahlen - leider nicht zum Positiven!

Der Regierende Bürgermeister von Berlin - und Miteigentümer - gab in einem Artikel des Spiegel vom 30.3.2012 (http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,824831,00.html) die zu erwartende Anzahl von Arbeitsplätzen mit 20.000 an - immerhin lediglich 50% der bislang versprochenen 40.000 Arbeitsplätze!!

Die Situation ist jedoch noch weit dramatischer. Auf Seite 3 des Brandenburg Kurier vom April 2012 (Herausgeber: SPD-Landtagsfraktion) wird geschrieben, dass von diesen 20.000 Arbeitsplätzen lediglich 3.000 (!) neu geschaffene Arbeitsplätze sein werden, 17.000 stellendie "Umzügler" von Tegel und dem bisherigen Flughafen SXF in Schönefeld.

Und nun sollte man nicht annehmen, dass diese Jobmaschine besonders hochqualifizierte, sichere und sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze generieren würde. Der Berliner Kurier beschrieb in seinem Artikel "Die Job-Lüge" vom 30.3.2012 (http://www.berliner-kurier.de/kiez-stadt/schoenefeld-die-job-luege--,7169128,13954300.html) die lohndrückenden Stellen(neu)besetzungen am Beispiel von Mitarbeitern im Gastronomiebereich und die Bezahlung im Billiglohnsegment.

Wahrlich eher ein Alptraum, diese Jobmaschine - und dies im sozialdemokratisch regierten Brandenburg und Berlin.

Der BER kostet den Steuerzahler 4 Milliarden Euro und erbringt 3.000 Arbeitsplätze = 1.333 Millionen Euro/Arbeitsplatz!
Immerhin kann man von diesen Arbeitsplätzen eventuell zukünftig Umsätze erwarten, die erwirtschaftet werden. Es besteht also Hoffnung auf eine kleine Refinanzierung, eine positive Investitionsquote.

Getoppt wird diese Investitionsquote jedoch durch ein anderes Brandenburger Projekt:
Eine Kreditzusage des Landes Brandenburg für den Solarmodulhersteller Odersun von 3 Millionen Euro hingegen erbringt keinerlei Umsatz (mehr), da die Firma insolvent ist und Null Umsatz erwirtschaften wird aus dieser Investition.
Das ergibt immerhin eine Investitionsquote von unendlich!


"sozialhygienische Befriedungsmaßnahmen"

Die Masche mit den versprochenen Arbeitsplätzen ist uralt - in Frankfurt sollten es 100.000 sein. Traum und Wirklichkeit.
Ein interessantes Interview mit einem Aktiven aus "Startbahn-West-Zeiten" beleuchtet Hintergründe: http://www.hintergrund.de/globales/umwelt.html


29.5.12 MAZ: Viele kleine Betriebe geraten in Not

Viele kleine Betriebe geraten in Not
Wolf-Rüdiger Kuhn und Katrin Urban vom Jobcenter zu den Folgen des Flughafen-Debakels

Die neunmonatige Verspätung der Flughafen-Eröffnung hat auch im Jobcenter Dahme-Spreewald für einigen Wirbel gesorgt. Für manchen Arbeitslosen platzte der Traum vom neuen Job wie eine Seifenblase. Behördenleiter Wolf-Rüdiger Kuhn und seine Vize-Chefin Katrin Urban stellen sich den Fragen von Franziska Mohr.
MAZ: Wie genau können Sie in Ihrer Behörde schon die Folgen des Flughafen-Debakels übersehen? Liegt schon mehr als ein grober Überblick vor?
Wolf-Rüdiger Kuhn: Genaue Zahlen können wir natürlich noch nicht liefern. Aber klare Tendenzen zeichnen sich bereits ab. Dies ergab eine Umfrage bei Arbeitgebern, die am Flughafen engagiert sind. Sie ist allerdings noch nicht ganz abgeschlossen. Dabei zeigte sich, dass die großen Ketten wie McDonalds kaum Probleme haben, die für die Flughafen-Eröffnung bereits eingestellten Mitarbeiter jetzt in anderen Filialen in der Region zu beschäftigen. Das gilt auch für viele andere große Unternehmen. Ganz anders sieht es in kleinen Betrieben aus. Ihnen fehlt die Luft, um mit den Beschäftigten neun Monate zu überbrücken.
Wie viel Mitarbeiter wurden denn seit Beginn dieses Jahres für die ursprünglich geplante Eröffnung des Flughafens im Juni eingestellt?
Kuhn: Größtenteils werden die Mitarbeiter am neuen Willy-Brandt-Flughafen nur von Tegel beziehungsweise Schönefeld-Alt umgesetzt. Einen neuen Job fanden am BER etwa 700 Frauen und Männer vor allem in der Gastronomie, im Verkauf und im Sicherheitsbereich. Das Jobcenter und die Arbeitsagentur in der Region haben davon etwa 300 Jobs vermittelt.
Und was schätzen Sie, wie viel erhalten wieder die Kündigung ?
Kuhn: Ich hoffe, dass es weniger als die Hälfte sind. Wenn es den Unternehmen gelingt, für etwa 60 Prozent der Betroffenen eine Übergangslösung zu finden, wäre dies schon ein gutes Ergebnis.
Kann das Jobcenter den Betroffenen helfen? Besteht eine Chance, diese Zeit beispielsweise mit Kurzarbeitergeld zu überbrücken?
Kuhn: Nein. Hätte die Eröffnung noch in diesem Jahr geklappt, so wäre dies möglich gewesen. Bei einer Verschiebung von neun Monaten besteht aber keine Chance. Der Gesetzgeber schreibt eindeutig vor, dass Kurzarbeitergeld nur bei einem Arbeitsausfall von maximal sechs Monaten gezahlt werden darf. Liegt er darüber, so kann diese Lohn-Ersatzleistung nicht mehr gewährt werden.
Ist damit jeder Kompromiss für die bereits am Flughafen eingestellten Mitarbeiter bis zur Eröffnung im März 2013 komplett ausgeschlossen?
Katrin Urban: Jede Form von Abparken scheidet aus. Laut Gesetz ist jeder Hartz-IV-Empfänger und wir natürlich auch als Behörde verpflichtet, die Hilfebedürftigkeit von Betroffenen so schnell wie möglich zu beenden. Außerdem sind neun Monate eine lange Zeit. Hinter jedem Betroffenen steckt ein Schicksal, verbergen sich enttäuschte Hoffnungen. Hier handelt es sich um Menschen und keine Verschiebemasse. Auch wenn dies bei den Äußerungen einiger Manager manchmal so erscheinen mag. Außerdem ist die Marktlage jetzt so günstig, dass viele anderswo schnell Arbeit finden. Die Suche nach geeigneten Mitarbeitern beginnt damit in vielen Flughafen-Unternehmen in einigen Monaten ganz von vorn.
Was mussten Sie sich denn von den Arbeitgebern so alles anhören? Auf welche Reaktionen sind Sie bei Ihrer Umfrage gestoßen?
Kuhn: Die meisten sind stocksauer. Sie fühlen sich von der Flughafengesellschaft und der Politik hinters Licht geführt. Vor allem die kleinen Betriebe fühlen sich komplett im Stich gelassen. Viele haben offenbar erst jetzt die Klausel im Mietvertrag entdeckt, wonach sie bei einer Verzögerung von 18 Monaten keine Forderungen auf Schadensersatz erheben können. Einige vertrauen darauf, dass die Politik in Härtefällen Hilfe zugesagt hat. Aber was ist schon ein Härtefall ...
Sind Arbeitgeber diesbezüglich schon bei Ihnen vorstellig geworden?
Kuhn: Bisher nicht. Aber ich habe von einer Geschäftsfrau gehört, die am Flughafen einen Laden für Reisebedarf eröffnen wollte. Sie hat sieben Mitarbeiter eingestellt, wenn die jetzt gegen ihre Kündigung klagen, droht ihr möglicherweise gar der Bankrott. Für Unmut sorgt bei vielen Arbeitgebern auch, dass sie jetzt nicht einmal die Kosten von 200 Euro für den Sicherheitscheck jedes für den Flughafen eingestellten Mitarbeiters erstattet bekommen. Müssen sie sich in einigen Monaten neue Mitarbeiter suchen, so haben sie auch dieses Geld in den Sand gesetzt.
Hat diese Verschiebung aber möglicherweise auch positive Aspekte?
Urban: In Einzelfällen schon. So sucht beispielsweise die bisher in Tegel engagierte Firma, die bereits zahlreiche Entlassungen vornahm, inzwischen wieder über 100 Reinigungskräfte. Gut ist für uns auch, dass wir jetzt aus einem speziellen Fördertopf wieder neue Gelder für Englischkurse erhalten. Schließlich erwiesen sich in der Vergangenheit die fehlenden Sprachkenntnisse der Bewerber als eines der Haupthindernisse bei der Jobsuche auf dem Flughafen. Hier bleibt uns jetzt noch ein bisschen mehr Zeit, die Leute fit zu machen.
Werden dafür spezielle Kurse aufgelegt?
Urban: Hier nutzen wir unsere guten Kontakte zur Volkshochschule Dahme-Spreewald. Dort werden ab dem Spätsommer spezielle Englisch-Kurse für künftig am Flughafen tätige Mitarbeiter angeboten. Einen Schwerpunkt bildet dabei auch die Service-Mentalität. Schließlich rechnen wir damit, dass noch so mancher Mitarbeiter nach der tatsächlichen Schließung in Tegel seinen Job am Flughafen aufgeben wird.
Was sind die Haupthindernisse bei der Jobsuche auf dem Flughafen?
Kuhn: Die fehlende Bereitschaft zum Schichtdienst sowie zur Sonn- und Feiertagsarbeit. So mancher Arbeitslose hat hier auch gar keine Chance, weil er noch Kinder oder Angehörige betreuen muss. Manchmal scheitert der neue Job auch am fehlenden öffentlichen Nahverkehr in den späten Abendstunden oder an den Wochenenden.
Im Landkreis fanden im vorigen Jahr insgesamt etwa 2500 Frauen und Männer einen neuen Job. Wo werden vor allem neue Mitarbeiter gesucht?
Urban: Neben den Stellen auf dem Flughafen sind vor allem Handwerksberufe wie Dachdecker, Gas- und Wasserinstallateure, Elektriker und Helfer gefragt. Glänzende Jobaussichten für eine lebenslange Beschäftigung haben auch Erzieher, Krankenschwestern und Altenpfleger. Es ist nur schade, dass sich nach wie vor so wenige Jugendliche für diese Berufe entscheiden. Und das Jobcenter kann hier kaum umschulen, weil vielfach eine dreijährige Ausbildung notwendig ist. Das aber können wir nicht bezahlen, weil dies im dritten Ausbildungsjahr auch ein finanzielles Engagement des künftigen Arbeitgebers voraussetzt. Im Vergleich zum Vorjahr wurden uns die Gelder von zehn Millionen Euro auf 7,5 Millionen Euro gekürzt. Sicher ist dies auch noch nicht das Ende der Fahnenstange.
MAZ, 29.5.2012
http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12334617/62129/Wolf-Ruediger-Kuhn-und-Katrin-Urban-vom-Jobcenter.html