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31.07.2014: Pressemitteilung

BI Stahnsdorf gegen Fluglärm


Liebe Mitstreiterinnen,
liebe Mitstreiter!

Der Fluglärm rückt näher!

Nein, nicht der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) wird verlegt, es kommt besser, ein Sonderlandeplatz für Hubschrauber soll in Mitten des Landschaftsschutzgebiets »Parforceheide« südwestlich von Güterfelde für eine dauerhafte Privatnutzung genehmigt, errichtet und betrieben werden (siehe Datei in der Anlage).

Die Unterlagen zum Genehmigungsverfahren liegen derzeit - pünktlich zum Ferienbeginn im Land Brandenburg - zur Einsicht in der Gemeindeverwaltung Stahnsdorf aus. Die gesamten Antragsunterlagen finden Sie hier: http://www.lbv.brandenburg.de/3250.htm

Jeder kann bis zwei Wochen nach Ablauf der Auslegungsfrist am 8. August 2014 bei der Gemeinsamen Oberen Luftfahrtbehörde Berlin - Brandenburg (Genehmigungsbehörde), Mittelstraße 9, 12529 Schönefeld oder bei der auslegenden Stelle (Gemeindeverwaltung Stahnsdorf, Annastraße 3, 14532 Stahnsdorf) schriftlich oder zur Niederschrift Einwendungen erheben oder Hinweise und Anregungen zum Vorhaben vorbringen. Die Einwendungsfrist endet demnach am 22. August 2014 um 24 Uhr.

Bitte nehmen Sie sich die Zeit und sehen Sie sich die Antragsunterlagen im Internet oder in der Gemeindeverwaltung an und legen Sie rechtzeitig Ihre Einwendungen gegenüber der Oberen Luftfahrtbehörde dar!

Die Errichtung und der Betrieb eines Hubschrauber-Sonderlandeplatzes im Landschaftsschutzgebiet »Parforceheide« wird aus Sicht der Bürgerinitiative »Stahnsdorf gegen Fluglärm« folgende Auswirkungen und Gefahren für Flora, Fauna und Menschen haben:


Gefahr der Verunreinigung bis hin zur Verseuchung des Bodens und Grundwassers durch Öle, Schmierstoffe und Kraftstoff
Versiegelung der Fläche im Landschaftsschutzgebiet durch Betonplatte für den abzustellenden Hubschrauber
Errichtung von Nebengebäuden (Hangar, Betankung, Wartung und Instandhaltung) im Landschaftsschutzgebiet »Parforceheide«
Verblasen von Kleintieren im Landschaftsschutzgebiet »Parforceheide« bei Start und Landung
Verschrecken und Verscheuchen von Wildtieren im Landschaftsschutzgebiet »Parforceheide« beim An- und Abflug
Beeinträchtigung des zur Erholung der Menschen dienenden Landschaftsschutzgebietes »Parforceheide« durch Fluglärm
Beeinträchtigung der im Umkreis des beantragten Hubschrauber-Sonderlandeplatzes wohnenden Menschen durch Fluglärm.
Der in Stahnsdorf startende und landende Hubschrauber würde den Hubschrauber-Sonderlandeplatz abhängig von der jeweils vorherrschenden Windrichtung aus allen Richtungen anfliegen, bzw. von diesem in alle Richtungen abfliegen. »Flugrouten sind flüchtig« ist eine Feststellung von Prof. Dr. Rüdiger Rubel, Vorsitzender des 4. Senats des Bundesverwaltungsgerichtes in Leipzig und damit oberster Bundesrichter in Fragen des Luftverkehrsrechts. Die in den Antragsunterlagen vermerkten Flugrouten würden in der Realität - so wie in der beiligenden Karte (PDF-Datei) zeichnerisch dargestellt – erfahrungsgemäß nicht geflogen. Damit steht zu befürchten, dass der Güterfelder Haussee sowie die Wohngebiete bei Starts und Landungen in geringer Höhe überflogen und verlärmt werden würden.
Die beantragten 60 Flüge pro Jahr bedeuten aus unserer Sicht 120 (!) Flugbewegungen, jeweils 60 Starts und 60 Landungen. Diese Zahl stellt eine reine Prognose der Antragstellerin dar, die jederzeit im Genehmigungsweg geändert, d.h. in der Regel erhöht werden kann.


Da der gültige Flächennutzungsplan der Gemeinde Stahnsdorf weder in der Legende noch in der zeichnerischen Darstellung weder im Bestand noch in der Planung an dieser oder einer anderen Stelle auf dem Gemeindegebiet eine Verkehrsfläche für Hubschrauberflug (Start und Landung) vorsieht, vertreten wir die Auffassung, dass an der Errichtung und dem Betrieb eines Hubschrauber-Sonderlandeplatzes auf dem Gebiet der Gemeinde Stahnsdorf kein öffentliches Interesse besteht.

Hinzu tritt: Nach den Einlassungen der Oberen Luftfahrtbehörde sind derzeit außerhalb der Kontrollzone der Flughäfen Tegel (TXL) und Schönefeld (SXF) sowie nach der Inbetriebnahme des zukünftigen Flughafens Berlin Brandenburg (BER) keine Flugbetriebsflächen vorhanden und genehmigt, auf der Hubschrauberstarts und -landungen zugelassen sind oder zugelassen werden könnten. Daraus folgert die Behörde, dass das Gelände im Landschaftsschutzgebiet »Parforceheide« nahe Güterfelde die einzig verbleibende Planungs- und Standortentscheidung sei. Wenn dem so ist, gehen wir davon aus, dass zukünftig Genehmigungen für weitere Nutzer erteilt werden könnten und sich das Gelände infolge dessen zu einem Heliport entwickelt, was auch topografisch durchaus möglich wäre.

Wir fordern daher alle Fraktionen der Gemeindevertretung Stahnsdorf und den Bürgermeister der Gemeinde Stahnsdorf auf, sich jetzt im Interesse der Ruhe und Gesundheit der Wohnbevölkerung, der Artenvielfalt und Unberührtheit von Flora und Fauna im Landschaftsschutzgebiet »Parforceheide« eindeutig, klar und einstimmig gegen die Errichtung und den Betrieb eines Hubschrauber-Sonderlandplatzes für nicht öffentliche Nutzungen zu positionieren.

Für den Sprecherrat

Wolfgang Brenneis | Christine Dunkel | Klaus Eichkorn
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BI »Stahnsdorf gegen Fluglärm«
14532 Stahnsdorf


www.fluglaermBER.de

Stahnsdorf,
31.7.2014