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Logbuch Teltow gegen Fluglärm e.V.

23.01.2013: Vorstandswechsel

Pressemitteilung der Bürgerinitiative
»Teltow gegen Fluglärm e.V.«



Vorstandswechsel beim Verein "Teltow gegen Fluglärm e.V."

Der Verein "Teltow gegen Fluglärm e.V." hat am 22. Januar in seiner ordentlichen Mitgliederversammlung 2013 einen neuen Vorstand gewählt.

Erneut in den Vorstand gewählt wurden Antje Aurich-Haider und Michael Gillitzer, neu in den Vorstand gewählt wurde Hans-Jürgen Seifert. Aus persönlichen Gründen nicht mehr kandidiert hatten Christine Hauptmann, Dagmar Beunings und Tobias Kampfrath. Überschattet wurde die Neuwahl vom Tod Nico Demanns, des 1. Kassierers, der eine Woche vor der Mitgliederversammlung verstorben ist.

Der Vorstandswahl vorausgegangen war eine Satzungsänderung, der alle anwesenden Mitglieder (bei einer Enthaltung) zustimmten. Danach wird der Vorstand zukünftig aus drei statt wie bisher aus sechs Personen bestehen. Gleichzeitig soll der Beirat gestärkt werden.

In der heute erfolgten konstituierenden Sitzung des neuen dreiköpfigen Vorstandsteams wurde Antje Aurich-Haider einstimmig zur Vorsitzenden gewählt. Ihr Kommentar: "Ich freue mich sehr über die Wiederwahl in den Vorstand. Mit Hans-Jürgen Seifert und Michael Gillitzer stehen mir zwei dem Verein schon lange eng verbundene Aktive zur Seite. Damit ist die Kontinuität der Vereinsarbeit und ein weiterhin guter Kontakt zu den anderen Bürgerinitiativen sichergestellt."

Stolz stellte Aurich-Haider auch fest, dass der der "Verein Teltow gegen Fluglärm e.V." mit 545 Mitgliedern weiterhin der mitgliederstärkste Verein in Teltow bleibt (Stand: 31.12.2012). Ebenfalls Bestand hat das Vereinsbüro in der Altstadt Teltows, Neue Straße 3, das jeden Samstag von 11-13 geöffnet ist.

Teltow, den 23. Januar 2013

Vorsitzende
Antje Aurich-Haider
antje.aurich-haider@teltowgegenfluglaerm.de

Öffentlichkeitsarbeit
Michael Gillitzer
michael.gillitzer@teltowgegenfluglaerm.de

Diie Rubrik gibt der Bürgerinitiative Teltow die Möglichkeit, redaktionelle Beiträge in eigener namentlicher Verantwortung als "Logbuch" online einzutragen bzw. Inhalte durch einen automatischen Informationsdienst (RSS) anzuzeigen.

inhaltliche Verantwortung für den RSS

www.TeltowgegenFluglaerm.de
Teltow gegen Fluglärm e.V. (in Gründung)
Vorsitzender: Andreas Hess,
Gershwinstrasse 32
14513 Teltow
info@Teltowgegenfluglaerm.de

Pressemitteilung der Stadt Teltow zu der Veranstaltung am 5.10.2010 auf dem Teltower Marktplatz

RSS Aktuelles vom Teltow gegen Fluglärm e.V.

Gemeinsame Demonstration in Teltow am 24.10.2010, 15 Uhr auf dem Marktplatz
Infos/Plakat zum Ausdrucken, Weitergeben...als download

Pressemitteilung mit Einladung

PRESSEMITTEILUNG

Die nächste regionale Protestveranstaltung gegen die am 6. September 2010
von der Deutschen Flugsicherung vorgestellten Flugrouten, die unsere Region
inakzeptablem und unnötigem Fluglärm aussetzen würden, findet statt am

Sonntag, 24. Oktober 2010, 15.00 Uhr
auf dem Marktplatz in Teltow.

Wir laden alle betroffenen Bürgerinnen und Bürger ein, sich dem Protest
anzuschließen.

Neben den Unterzeichnern werden weitere kommunale Vertreter und
Bürgerinitiativen der Region vor Ort sein. Aus Stahnsdorf wird das
Fluglärmmobil erwartet, für Kinder wird es Luftballons geben, auch für den
Sonntagnachmittagskuchen wird gesorgt.

Nach der Veranstaltung wird das gemeinsame Büro der Bürgerinitiativen
„Teltow gegen Fluglärm e.V.“, „Stahnsdorf gegen Fluglärm“ sowie „Weg mit
Flugrouten Kleinmachnow“ in der Neuen Straße in der Teltower Altstadt,
wenige Meter vom Veranstaltungsort, eröffnet.

Teltow gegen Fluglärm e.V. Stadt Teltow - Der Bürgermeister
Mit freundlichen Grüßen
Stadt Teltow, Der Bürgermeister
Im Auftrag
Andrea Neumann
Öffentlichkeitsarbeit/Pressestelle

16.3.: Vortrag Prof. Greiser

Fluglärm macht krank - Vortragsveranstaltung mit Professor Dr. Eberhard Greiser am 16. März 2011, 19.00 Uhr, in Teltow, Stubenrauchsaal, Am Markt (Rathaus)
Fluglärm macht krank – so lässt sich das Ergebnis der vom Bremer Arzt und Epidemiologen Professor Dr. Eberhard Greiser im Auftrag des Umweltbundesamtes erstellten, Anfang 2010 veröffentlichten Studie "Risikofaktor nächtlicher Fluglärm" kurz und bündig zusammenfassen. Professor Greiser weist in seiner Studie nach: Im Vergleich zu Personen, die keinem Fluglärm ausgesetzt sind, steigt das Erkrankungsrisiko für Herz- und Kreislaufkrankheiten betroffener Personen mit zunehmender Fluglärmbelastung. Auch bei psychischen Erkrankungen findet sich ein relevanter Befund: Bei Frauen sind die Erkrankungsrisiken für Depressionen signifikant ebenso erhöht wie das Risiko für Brustkrebs.Schon 2006 hatte Professor Dr. Greiser in einer anderen Studie – "Beeinträchtigung durch Fluglärm: Arzneimittelverbrauch als Indikator für gesundheitliche Beeinträchtigungen" – nachgewiesen, dass Personen, die nächtlichem Fluglärm ausgesetzt werden, deutlich mehr verschreibungspflichtige Medikamente verordnet werden. Professor Dr. Greiser wird insbesondere begründen, warum die Forderung der Bürgerinitiativen nach einem strikten Nachtflugverbot am künftigen Flughafen Berlin-Brandenburg International aus ärztlicher Sicht nachdrücklich zu unterstützen ist. Darüber hinaus fordert Professor Dr. Greiser ein Gesundheitsmonitoring rund um den neuen Flughafen. Hier biete sich die Chance, durch einen Vergleich von Vorher und Nachher zu besonders validen Ergebnissen zu gelangen.

Professor Dr. Eberhard Greiser zählt europaweit zu den wenigen Epidemiologen mit Erfahrungen auf dem Gebiet der Beurteilung gesundheitlicher Risiken durch Fluglärm. Beim Ausbauvorhaben BBI war er als Sachverständiger zugelassen.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Zur Deckung der Unkosten wird Teltow gegen Fluglärm e.V. das Publikum um Spenden bitten.

Die Studien "Risikofaktor nächtlicher Fluglärm" und "Arzneimittelverbrauch als Indikator für gesundheitliche Beeinträchtigungen" stehen auf der Internetseite des Umweltbundesamtes unter http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/2010/pd10-009_fluglaerm_macht_krank.htm zum kostenlosen Download bereit.

Teltow, den 18. Februar 2011

Verantwortlich/Kontakt
Teltow gegen Fluglärm e.V.
1. Vorsitzender Andreas Hess
Gershwinstrasse 32
14513 Teltow
0178-1575422



Achtung Redaktionen: Teltow gegen Fluglärm e.V lädt zum Presselunch und Hintergrundgespräch mit Professor Dr. Greiser am Mittwoch, 16. März 2011 um 12.00 in das Restaurant "Böfflamott" in die Teltower Altstadt ein. Wegen begrenzter Kapazität wird um Voranmeldung unter info@teltowgegenfluglaerm.de gebeten.

Mitglieder-Info zu neuen Flugrouten - 19.2.2011

Eine Info der BI Teltow, mit freundlicher Genehmigung weitergeleitet an die Mitglieder/Interessenten der BI Stahnsdorf

15.02.2011

Neue Flugroutenvarianten: Kein Grund zur Entwarnung

Am 14. Februar 2011 tagte die Fluglärmkommission Berlin – Schönefeld. Ein wichtiger Tagesordnungspunkt war die Präsentation und Bewertung der in den vergangenen Wochen und Monaten von Mitgliedern der Fluglärmkommission unterbreiteten Vorschläge durch die DFS (Präsentation der DFS abrufbar unter http://www.mil.brandenburg.de/sixcms/detail.php/488204 ) . Daneben ging es u.a. um die Höhe der lärmabhängigen Entgelte für die Landungen.

Insgesamt wurden für den Westabflug von der Nordbahn sechs Varianten diskutiert:
- geradeaus,
- 7,5 Grad Abweichung nach Nord sowie 15 Grad Abweichung nach Nord
- sowie „jeweilige Untervarianten“, z.B. eine Umkurvung von Mahlow.

Diese sechs Varianten wurden mit Niros, einem System der DFS zur Abschätzung der „Lärmgüte“, verglichen. Einen vergleichsweise guten „Gütewert“ von 1,50 erzielte u.a. die Variante zwei, bei der von der Startbahn in einem Winkel von 7,5 Grad nach Norden abgedreht wird, um eine Route zwischen Großbeeren und Ludwigsfelde einzuschlagen. Hinter Ludwigsfelde teilt sich diese Route: Flugzeuge Richtung Westen und Süden fliegen weiter Richtung Michendorf, Flugzeuge Richtung Norden und Osten sollen nach Norden abdrehen und etwa über Sputendorf, Güterfelde, Kienwerder Richtung Wannsee und dann vermutlich die Avus entlang nach Norden bzw. über Berlin nach Osten geführt werden.

Die Routen vom 6. September erhielten demgegenüber jedoch einen deutlich schlechteren Gütewert von 2,87. Insbesondere war hier der Teil der Bevölkerung, der mit Dauerschallpegeln zwischen 40 und 55 dB (A) belastet wurde, mehr als zweieinhalb Mal so groß wie bei der Variante 2.
Die Darstellungen können in der Präsentation der DFS (Link siehe oben) auch auf einer Karte nachvollzogen (Variante 2: S. 29, braun/rot, Variante 6 S. 30) werden.

In der Presse vom 15. Februar wurde jetzt bereits der Eindruck erweckt, als sei die Flugroutendiskussion vom Tisch, als würde die Region vom Fluglärm verschont. Selbst Staatsekretär Bretschneider meint nun, die Flugrouten vom September würden „definitiv nicht kommen“.

Nur, welche Routen werden kommen? Und wo werden die Flugzeuge tatsächlich fliegen? Flugrouten sind schließlich keine Schienen.

Um es klar und deutlich zu sagen: Es gibt noch keinen Grund zur Entwarnung. Wir dürfen uns nicht blenden lassen:

Bei den jetzt diskutierten Abflugrouten handelt es sich nicht um Vorschläge oder gar das Endergebnis der Prüfung der DFS, sondern um Vorschläge der Fluglärmkommission. Diese entscheidet bekanntlich nicht!Selbst angenommen, es käme zu einer Lösung, dass von der Nordbahn geradeaus (oder nahezu geradeaus) gestartet würde: dies heißt noch lange nicht, dass Teltow von Überflügen verschont bliebe: die Entfernungen sind sehr gering, die Flugwege werden in der Praxis „gestreut“. Es ist bei weitem nicht sicher, dass verbindliche Wegpunkte durchgesetzt werden können.

Noch immer ist es die Regel, dass nach Erreichen einer Flughöhe von 5.000 Fuß eine Streckenfreigabe erfolgt: Flugzeuge, die diese Höhe bereits bei Großbeeren erreichen, drehen dann bereits dort nach Norden, also nach Teltow ab. Bisherige Anträge, eine Streckenfreigabe erst ab einer Flughöhe von 10.000 Fuß zu erlauben, treffen auf massiven Widerstand.Die Anflugrouten wurden noch nicht thematisiert. Dies soll in der nächsten Sitzung der Kommission erstmals besprochen werden. Auch hier droht Ungemach: Die Flugzeuge müssen aus ihren Warteschleifen, die derzeit nördlich Berlins liegen („Holding“ bei Oranienburg) bei Ostwind zu einem Anflugpunkt etwa 10 nautische Meilen westlich des Flughafens fliegen: dabei ist nicht auszuschließen, dass das gesamte Berliner Stadtgebiet und auch Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf dabei in Höhen von deutlich unter 1.500 m überflogen wird.

Und schließlich sind die Flugrouten erst dann de jure festgelegt, wenn sie in eine Rechtsverordnung gegossen und im Bundesgesetzblatt verkündet worden sind.

Fazit

Es gibt keinen Grund zur Entwarnung.
Der Druck und die Spannung müssen unter allen Umständen aufrecht erhalten bleiben, bis ein akzeptables Ergebnis vorliegt. Auch nach abschließender Willensbildung in der Fluglärmkommission mit noch vielen Detailfragen wird es noch ein langes Verwaltungsverfahren geben.

Und schließlich müssen wir dafür sorgen, dass uns ein Erfolg, so er uns beschieden ist, in
Zukunft nicht wieder genommen wird.
Flughäfen wollen wachsen – und dies bedeutet immer mehr Verkehr (siehe auch Leipzig, Frankfurt/Main und München).

Anmerkung (BI Stahnsdorf):
Wie alle veröffentlichten Karten der jüngsten DFS-Vorschläge zeigen, würde eine Route mit bis zu 80 oder 100 Maschinen täglich genau über Stahnsdorf hinwegführen. Die Höhenangaben dürften – wie in der Vergangenheit – geschönt und damit falsch sein.

Infomarkt zum Thema Fluglärm in Teltow und der Region am 19. März 2011 von 11 bis 16.00 Uhr im, am und rund um das Rathaus in Teltow

Was passiert, wenn der Fluglärm tatsächlich kommt?
Der Verein „Teltow gegen Fluglärm e.V.“ und die Stadt Teltow laden alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Teltow und alle Interessierten der Region herzlich zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Fluglärm mit umfangreichem Programm von 11.00 bis 16.00 Uhr am Rathaus in Teltow ein. Nach der Begrüßung um 11.00 Uhr auf dem Marktplatz durch den Vorstand des Vereins und den Bürgermeister der Stadt Teltow, Thomas Schmidt, erwarten den Besucher Infostände ua. zu den Themen:Abflug- und Anflugrouten,das Nachtflugverbot…und dessen geplante Abschaffung,Gesundheitliche Folgen von Fluglärm und Kinder im Fluglärm,Lärmmessung sowieFluglärm auch bei den „alten“ Geradeausrouten.Daneben bietet das Programm einen Lärm-Simulator, Fachvorträge, ein kleinen Flohmarkt auf dem Marktplatz, eine Tombola, Bratwurst- und Getränkestand, einen Kuchenbasar sowie eine Kinderecke.

Als Fachvortragende konnten wir Dr. med. Christoph Brodel, Prof. Dr. Eric Kearney und den Stellvertreter für Teltow in der Fluglärmkommission, Herrn Dietmar Viehweger, gewinnen.

Musikalisch wird die Veranstaltung von der Teltower Band „Handgezapft“ und dem Männerchor „Frohsinn“ aus Teltow begleitet und unterstützt.
Auch unser Verein wird sich und seine ehrenamtliche Arbeit vorstellen.
Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

Teltow, den 06.03.2011

Verantwortlich/Kontakt
Teltow gegen Fluglärm e.V.
1. Vorsitzender Andreas Hess
Gershwinstrasse 32
14513 Teltow
andreas.hess@teltowgegenfluglaerm.de

Pressemitteilung 10.3.2011

Pressemitteilung

Fluglärm in Brandenburg billiger als in Berlin – Lärmgebührenrechner verfügbar

Der Fluglärmkommission Berlin-Schönefeld liegt für ihre nächste Sitzung am 14. März 2011 der Entwurf einer Entgeltordnung für die lärmabhängigen Start- und Landegebühren am Hauptstadtflughafen Berlin – Brandenburg International zur Stellungnahme vor.
Ab sofort steht auf der Webseite von Teltow gegen Fluglärm e.V. (www.teltowgegenfluglaerm.de) ein Rechner zur Berechnung der lärmabhängigen Gebühren zum Herunterladen bereit. Jeder kann nun die Lärmgebühren verschiedener Flugzeuge zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Flughäfen – Frankfurt am Main, Berlin-Tegel, Berlin-Schönefeld und schließlich am BBI – auf Grundlage der geltenden Entgeltordnungen bzw. den Vorstellungen der Flughafengesellschaft für den BBI ausrechnen lassen:

1. Fluglärm ist in Brandenburg billiger als in Berlin
Im Vergleich zu den lärmabhängigen Gebühren in Tegel sinken die Gebühren am BBI oftmals sehr stark, gerade in den Tagesrandzeiten häufig bis auf weniger als die Hälfte der bisher in Tegel üblichen Sätze. In Brandenburg sind einige identische Flugzeugtypen, egal ob BBI oder SXF, in preiswertere Lärmklassen als in Tegel eingeteilt. Insofern stellt die von der Flughafengesellschaft beantragte Lärmgebührenordnung einen großen Rückschritt gegenüber dem Status quo in Tegel dar. Sind Flugzeuge in Brandenburg leiser oder sind Brandenburger weniger lärmempfindlich?

2. Fürs Drehkreuz: Dicke Brummer bevorzugt
Während leichtere Mittelstreckenflugzeuge aus der Familie des Airbus A320 oder der Boeing B737 tagsüber teils etwas teurer als in Frankfurt lärmen, können schwere Langstreckenflugzeuge, die langsam steigen und dadurch weitaus größere Gebiete mit Lärm belasten, ab BBI deutlich günstiger Lärm emittieren als in Frankfurt. Dies betrifft nicht nur Exoten wie die Antonov AN 124, sondern gerade Baumuster wie der bei Air Berlin intensiv genutzte Airbus A330 oder das weltweit meistverbreitete Langstreckenflugzeug, die Boeing B747.

3. Der frühe (oder sehr späte) Vogel fängt den Wurm
Tagsüber sind die Unterschiede zwischen Frankfurt und dem BBI für leichtere Mittelstreckenflugzeuge recht gering. In den Tagesrandzeiten – also von 22.00 bis 24.00 Uhr und von 5.00 bis 6.00 Uhr – hat BBI aufgrund deutlich niedrigerer Gebühren hohe Wettbewerbsvorteile. Damit unterstützt die Flughafengesellschaft mit den Lärmgebühren den Zubringer-, Charter- und Billigflugverkehr am frühen Morgen oder späten Abend. Airlines bekommen so einen Anreiz, Berlin zu ihrer Heimatbasis zu machen, da sie vergleichsweise preiswert spät abends landen und früh morgens starten können.
Fast ausnahmslos lässt sich zudem feststellen: Je größer das Flugzeug, je früher der Morgen oder später der Abend, desto größer der Kostenvorteil gegenüber Frankfurt am Main und Berlin-Tegel.

4. Die Einteilung der Flugzeuge in Lärmklassen ist irreführend und unvollständig.
Bisher gibt es in Deutschland keine einheitliche Einteilung der Flugzeuge in Lärmklassen. Es fehlt gar an einer einheitlichen Bezeichnung der Typen. Dadurch wird verhindert, dass lärmabhängige Gebühren transparent dargestellt und schließlich auch verglichen werden können.
Selbst innerhalb Berlins gibt es unterschiedliche Einteilungen. Gleich mehrere Typen sind in unterschiedliche Lärmklassen eingeteilt: so sind der A340-200 und der A340-300, von denen die Lufthansa 26 Exemplare betreibt, in Schönefeld in der niedrigen Lärmklasse 3 und starten tagsüber für 20 Euro; in Tegel werden sie als lauter eingestuft und müssen in Lärmklasse 4 das siebenfache, 140 Euro, zahlen. Ähnlich verhält es sich z.B. mit dem A320-100: Tegel Lärmklasse 4, BBI Lärmklasse 3.
Vergleicht man die den Entgeltordnungen beigefügte Liste der Flugzeugtypen in Tegel, Schönefeld und BBI, so fällt auf, dass in BBI nur eine verhältnismäßig geringe Anzahl an Flugzeugen aufgeführt wird. So sind zum Beispiel der Airbus A342 (A340-200) und A343 (A340-300) in Tegel und Schönefeld gelistet, für den BBI gibt es jedoch noch kein Preisschild. Gleiches gilt für den Airbus A346 (A340-600), der momentan zwar für Schönefeld, nicht jedoch für den BBI einer Lärmklasse zugeordnet ist. Diese Flugzeuge dürfen dennoch am BBI landen und lärmen: die Gebühren werden nach „billigem Ermessen“ eingestuft. Angesichts der Struktur der Entgeltordnung ist anzunehmen, dass die Flughafengesellschaft die niedrigen Schönefelder Gebühren anstatt der höheren Tegeler Gebühren verlangen wird.

Die vorgelegte Gebührenordnung für den Flughafen Berlin – Brandenburg ist insgesamt intransparent. Sie verbilligt Lärm gegenüber der bisherigen Regelung in Tegel. Ihr Steuerungseffekt besteht darin, Verkehr und Lärm von anderen, teureren Standorten abzuziehen und an den BBI zu holen. Landläufig wird eine solche Strategie als Dumping bezeichnet.

Teltow gegen Fluglärm e.V. schließt sich daher den von verschiedener Seite, insbesondere der Bürgerinitiative Fluglärmfreie Havelseen, erhobenen Forderung nach einer durchgreifenden Überarbeitung der Gebührenordnung an Teltow gegen Fluglärm e.V. ruft die Fluglärmkommission und die Genehmigungsbehörde (Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg) auf, die Gebührenordnung abzulehnen.

Teltow, den 10. März 2011

ViSdP
Teltow gegen Fluglärm e.V.
1. Vorsitzender Andreas Hess
Gershwinstraße 32
14513 Teltow
0178-1575422
andreas.hess@teltowgegenfluglaerm.de

7.4.2011: Wir werden massiv überflogen werden!

Mitgliederinfo vom 06.04.2011

Liebe Mitglieder,

seit einiger Zeit haben wir unmittelbaren Kontakt aufgebaut zu Hr. Ertler, dem BBI- Routenplaner bei der DFS und - über ein Mitglied privat - zu einem Fluglotsen, der seit sehr langer Zeit bei der Flugüberwachung für Schönefeld und Tegel arbeitet.

Beide haben uns in Gesprächen folgendes bestätigt:
Egal, welche Flugroutenlinien derzeit in der Fluglärmkommission gezeichnet werden und in der Presse gezeigt werden:

Auch wenn es nicht so aussieht: Wir werden in Teltow massiv überflogen werden.

Am Anfang sind es nach Planungen "nur" etwa 60 Flugzeuge durchschnittlich am Tag. Später werden es auch durch das Drehkreuz viel mehr werden.
Selbst wenn es "nur" 100 Flugzeuge am Tag werden, so bedeutet das bei 19 Betriebsstunden am Tag durchschnittlich etwa alle 12 Minuten ein Flieger, den ganzen Tag lang, vor allem am Wochenende und in den späten Abendstunden und frühen Morgenstunden.
Aus der Presse können wir anscheinend nur das Gegenteil entnehmen, dort wird schon davon gesprochen, dass wir verschont werden; allerdings verschweigen die meisten Darstellungen das, was uns die Fachleute auch zu den ganz aktuell in der FLK besprochenen Flugroutenvorschlägen bestätigen.
Die Presse sorgt also - gewollt oder ungewollt - dafür, dass wir uns alle wieder in Ruhe und Sicherheit glauben, damit wir nicht mehr protestieren.
Vielleicht hat diese Strategie auch bei dem ein oder anderen von Euch schon Erfolg, denn wer würde sich nicht gern nach diesen „Erfolgsmeldungen„ den viel schöneren Dingen zuwenden, anstatt sich mit Flugrouten oder Demos zu befassen.

An dieser Stelle möchten wir Euch daher erneut aufrufen:
Empört Euch über diese erneute Verdummungsstrategie, wehrt Euch und protestiert am kommenden Sonntag und bei der geplanten Demo im Mai noch mal mit uns in Schönefeld, sonst könnte gerade unsere Region am Ende zu den wirklich großen Verlierern gehören.
Bringt bitte jeder noch einen Nachbarn/eine Nachbarin oder Bekannte und Freunde mit.
Wenn Ihr noch Fragen dazu habt, dann ruft uns an, kommt ins Büro und informiert Euch, aber tut bloß eines nicht:

Die Hände in den Schoß legen, statt zur Demo in den Baumarkt fahren, im Garten sitzen, Pause machen. Übernehmt mit uns gemeinsam Verantwortung! Zeigt Flagge und Gesicht! Gebt Euch eine Ruck: Kommt zur Demo in Schönefeld am Sonntag, 11.04. um 15:00 Uhr.
Wir fahren Euch auch zum Selbstkostenpreis hin und wieder zurück. Näheres dazu in unserem Büro oder unter www.teltowgegenfluglaerm.de.

Wir sehen uns in Schönefeld!

Euer Vorstand

Pressemitteilung der Bürgerinitiative Teltow gegen Fluglärm e.V.
„Wort halten – Vertrauen schaffen“
Lärmschutz vor Wirtschaftlichkeit - gegen eine flächendeckende Verlärmung der Region Berlin-Brandenburg

Die Bürgerinitiative Teltow gegen Fluglärm e.V. erwartet zum Protestmarsch am 31. Mai 2011 um 17.30 (Start: Unter den Linden/Ecke Friedrichstrasse) mehrere tausend Teilnehmer aus Brandenburg und Berlin.

Trotz deutlicher Worte von Bundesminister Ramsauer mehren sich die Anzeichen, dass in Sachen Flugrouten BBI ein erneuter Vertrauensbruch gegenüber den Bürgern bevorsteht.

Das deutliche Votum der Fluglärmkommission Berlin – Schönefeld vom 9. Mai 2011, welches ein weitestgehendes Umfliegen des Berliner Stadtgebietes sowie des dichtbesiedelten Berliner Speckgürtels fordert, soll offenbar nicht berücksichtigt werden.

So hat die DFS bereits am 19. Mai BBI-Flugrouten, insbesondere diejenigen ihres Vorschlages vom 6. September 2010, ausgiebig real getestet (Flugspuren abrufbar unter http://bit.ly/axEQZl ): Mit Freigaben bereits ab 2.000 Fuß Flughöhe wurde darüber hinaus eine weiträumige „Lärmverteilung“ erprobt. Die von der Fluglärmkommission geforderten Routen wurden nicht getestet.

Obwohl zur Inbetriebnahme des BBI voraussichtlich am 3. Juni 2012 lediglich eine Kapazität von 270.000 Flugbewegungen benötigt wird und außerdem das unterstellte starke Wachstum des Flugverkehrs am zukünftigen BBI ohnehin aufgrund der prekären wirtschaftlichen Lage des einzig verbliebenen Hoffnungsträgers, der Air Berlin, und des absehbar weiter hohen Kerosinpreises zumindest unsicher ist, halten DFS und Anteilseigner, insbesondere die beiden Länder Brandenburg und Berlin, weiter am völlig unnötigen unabhängigen Startbetrieb fest.

Dieser Betrieb benötigt nicht nur deutlich mehr Luftraum als ein abhängiger Betrieb der beiden Bahnen, sondern erfordert aus technischen Gründen, dass fast die Hälfte der zu erwartenden Flugbewegungen über der Stadt Berlin und dem Berliner Speckgürtel abgewickelt werden müssen. Mit einem abhängigen Betrieb und einem auf die Bedürfnisse des Lärmschutzes zugeschnittenen Bahnnutzungskonzept könnten auch die unmittelbaren Anrainer (in allerdings nur geringem Umfang) von Lärm entlastet werden.

Thomas Czogalla vom Verein Teltow gegen Fluglärm erläutert „Die Entwicklungen der letzten Wochen beweisen, dass „Lärmschutz vor Wirtschaftlichkeit“ offenbar nur ein Lippenbekenntnis, eine Beruhigungspille, war. In Wirklichkeit arbeiten alle – DFS, der Flughafen und seine Eigner – nur im wirtschaftlichen Interesse der Luftverkehrsgesellschaften. Wer Sicherheitsgründe vorschiebt, um für seine Wirtschaftlichkeitsträume den unabhängigen Startbetrieb mit den abknickenden Routen zu fordern, aber Flugverbote aus Sicherheitsgründen wegen Aschewolken lächerlich macht, weil sie der eigenen Wirtschaftlichkeit entgegenstehen, dem ist der Lärmschutz für die Menschen am Boden sowieso egal.“

Teltow gegen Fluglärm e.V. ruft daher erneut zur Protestkundgebung auf: Am Dienstag, 31.05.2011, Beginn: 17:30 Uhr, Sammelpunkt: Unter den Linden Ecke Friedrichstr., Route entlang der Friedrichstr. bis zum Bundesverkehrsministerium, anschließend Abschlusskundgebung, Ende: gegen 19:30 Uhr.

Teltow, 29. Mai 2011

Teltow gegen Fluglärm e.V.

ViSdP:
1. Vorsitzender: Thomas Czogalla
Email: thomas.czogalla@teltowgegenfluglaerm.de
Büroadresse: Neue Str. 3, 14513 Teltow