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06.06.2013: Pressemitteilung 150/13

Pressemitteilung 150/13

BI Weg mit Flugrouten über Kleinmachnow



Auf nach Schönefeld!
Bürgerinitiativen aus Berlin und Brandenburg rufen zur Groß-Demo für Lärmschutz, Nachtflugverbot und eine strikte Kapazitätsbeschränkung am künftigen Hauptstadtflughafen

„Das Fass läuft über“, ruft MATTHIAS SCHUBERT, Vorsitzender der BI Kleinmachnow gegen Flugrouten e.V., den Bürgerinnen und Bürgern von Berlin und Brandenburg zu und wirbt damit für eine größtmögliche Teilnahme an der Demonstration auf der B 96a In Schönefeld am Samstag, den 8.6.2013, um 15:00 Uhr (Start an der Dorfkirche Schönefeld mit Marsch zum Flughafen). SCHUBERT, der auch Sprecher des Aktionsbündnisses für ein lebenswertes Berlin-Brandenburg (ABB) ist, organisiert mit der Kleinmachnower BI im Auftrag des Aktionsbündnisses die Schönefeld-Demo.

Die Demo stehe unter dem Motto „Lügt Platzeck?“. Denn diese Befürchtung haben die Menschen, die mit enormem Einsatz das erste Volksbegehren im Land errungen haben, das am 27. Februar 2013 vom Landtag Brandenburg mit überwältigender Mehrheit angenommen worden ist. Zur Zeit sei nicht zu erkennen, welchen Fortschritt es bei der Umsetzung des für viele Berliner und Brandenburger überlebenswichtigen Nachtflugverbots von 22 bis 6 Uhr gebe. „Klar, dass wir nach einem Vierteljahr des Schweigens ungeduldig werden. Vor allem auch, weil uns ständig neuer Irrsinn serviert wird.“

So könnte inzwischen die Frage für die Groß-Demo auch heißen: „Spinnt Mehdorn?“ Der neue Flughafengeschäftsführer fantasiert von einer dritten Start- und Landebahn. Dabei sollte er sich mal erkundigen, wie das Brandenburgische Parlament dazu steht: Das habe den Bau einer weiteren Bahn am BER „Willy Brandt“ kategorisch ausgeschlossen. Aus gutem Grund: Denn eine dritte Bahn bedeute, dass die Starts und Landungen an diesem Innenstadtflughafen von 360.000 auf 560.000 pro Jahr anschwellen würden, für die dann statt der 30 Millionen planfestgestellten Passagiere 50 Prozent mehr durch den märkischen Sand nach Schönefeld gekarrt werden müssten. Die „verdammt zentrale Lage“, mit der der gescheiterte Flughafengeschäftsführer Schwarz den Hauptstadthafen in einer Presseveröffentlichung vom 2. Mai 2011 angepriesen hat, hat sich längst zum Fluch für dieses Monsterprojekt entwickelt.

Das Motto der Demo - so SCHUBERTs Kleinmachnower Sprecherkollege MICHAEL LIPPOLDT - könnte jedoch auch lauten: „Was tut eigentlich die CDU in Brandenburg?“ Denn außer der mutigen Saskia Ludwig und ihren Fraktionskollegen Eichelbaum und Burkardt , die JA zum Volksbegehren gesagt haben, hatte der 14-köpfige Rest der Fraktion bei der Abstimmung am 27. Februar im Potsdamer Landtag keine Meinung dazu und enthielt sich der Einfachheit halber. Aber nur, um ihren eigenen Antrag weiterzuverfolgen, das Nachtflugverbot statt um 22:00 Uhr erst um 23:00 Uhr beginnen zu lassen. Damit ist die CDU in dieser Woche im Landtag gescheitert. „Und das ist gut,“ bekräftigt LIPPOLDT. Denn aus aktuellen Untersuchungen der renommierten Wissenschaftler Greiser und Glaeske zum Flughafen Frankfurt weiß jeder, der es wissen will:

Mit jeder Stunde nächtlichen Fluglärms steigt bei den Flughafenanrainern die Zahl der Erkrankungen und der vorzeitigen Todesfälle.

Im Zehnjahreszeitraum und bezogen auf nur eine einzige Stunde zusätzlichen Nachtfluglärms heißt das für das Fraport-Umfeld: 23.400 Erkrankungen mehr als bei einem Nachtflugverbot ab 22 Uhr. Und diese zusätzlichen Erkrankungen werden im selben Zeitraum zu voraussichtlich 3.400 vorzeitigen Todesfällen führen. Die Krankheitskosten werden 1,5 Milliarden Euro übersteigen.

Übertrage man dieses schockierende Ergebnis auf den BER „Willy Brandt“, bei dem die Siedlungsdichte doppelt so hoch ist wie in Frankfurt am Main und der noch dazu nur fünf Stunden Nachtflugverbot bekommen soll, dann hieße das, dass sich die Schäden an Leib und Leben sowie die Lasten der Krankheitskosten versechsfachten und somit zu140.000 Erkrankungen in 10 Jahren, 20.000 Toten und Kosten von 9 Milliarden Euro führten. „Dafür könnten 2 neue Flughäfen gebaut werden und zwar alle 10 Jahre, an Orten, die aber anders als Schönefeld außerhalb von suburbanen Ballungszentren liegen müssten.“

„Es gibt allen Grund, zur Demo nach Schönefeld zu kommen. Der BER ,Willy Brandt’ braucht zwingend eine strikte Kapazitätsbegrenzung, die endgültige Aufgabe jeglicher Drehkreuz- und 3.-Bahn-Fantasien sowie ein absolutes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr,“ unterstreicht MATTHIAS SCHUBERT.

Kleinmachnow, den 6.6.2013
V.i.S.d.P.: Matthias Schubert